Stadtteilfeuerwehr Dresden Dresden - Weißig

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr: Retten - Löschen - Bergen - Schützen

Teil III: Neuanfang und DDR

Historik Teil III:

Neuanfang und Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Repubik bis 1989

Neuanfang nach dem Zusammenbruch

Die Gemeindevordneten Weißigs beauftragten den bisherigen Wehrleiter Oskar Hähnel mit der Weiterführung der Wehr Anfang Januar 1946. Ein Rückschlag ergab sich jedoch: Die Flader-Spritze musste an die FF Dresden-Söbrigen bei Pillnitz abgegeben werden. Es verblieb nur das Löschfahrzeug im Ort. Am 15. Dezember 1946 wurde Otto Säurich als neuer Wehrleiter eingesetzt. Der seit 1935 amtierende Wehrleiter Hähnel wurde zum Ehrenbrandmeister ernannt. Bis Ende 1947 wuchs die Stärke der Wehr beachtlich von 24 auf 34 Kameraden. 

Die Suche nach einem Standort für ein neues Gerätehaus wurde wieder aufgenommen und von den Kameraden vorangetrieben. Im März 1947 wurde ein Neubau abgelehnt, da kein Bauland zur Verfügung stand. Ende 1948 wurden 48.000 Mark zum Bau eines neuen Gerätehauses mit drei Boxen zur Verfügung gestellt. Jedoch konnte der Bau aus Mangel eines Grundstücks immer noch nicht beginnen. Ein Umbau der seit 1938 genutzten Scheune wurde vom Rat des Kreises Dresden aufgrund der baulichen Mängel abgelehnt. 

Die 1950er und 1960er Jahre: Wiederaufbau

Zum 40-jährigen Bestehen der Feuerwehr 1951 wurde eine aufgearbeitete gebrauchte Tragkraftspritze mit neuem zugehörigen Anhänger in Dienst gestellt. Dieser wurde vollständig in Eigenleistung der Kameraden wiederhergestellt und der Anhänger neu aufgebaut. 

1953 wurde Weißig zur Stützpunktfeuerwehr der umliegenden damals noch selbstständigen Gemeinden erhoben. Von nun an war die Wehr für die Alarmierung und Betreuung der umliegenden freiwilligen Feuerwehren in Ullersdorf, Gönnsdorf und Pappritz zuständig. Bereits 1955 wurde Weißig ein sogenannte Zentralkommando und es kamen die freiwilligen Feuerwehren aus Schullwitz und Eschdorf hinzu. Im August 1956 wurde Weißig dann zum Wirkungsbereich erklärt, ähnlich der heutigen Kreisbrandmeister. Zum Weißiger Bereich gehörten insgesamt 12 Feuerwehren: neben Weißig, die Wehren von Borsberg, Cunnersdorf, Eschdorf, Gönnsdorf, Malschendorf, Pappritz, Reitzendorf, Rockau, Schönfeld, Schullwitz, Ullersdorf und Zaschendorf. Bis heute übrigens mit der Ausnahme von Ullersdorf alles Teilorte des Schönfelder Hochlandes. Aufgrund der Tätigkeit als Wirkungsbereichsleiter wurde Otto Säurich zum Brandinspektor ernannt und gab seinen Posten als Weißiger Wehrleiter ab. Zum 3. August 1956 wurde Horst Aust verpflichtet, zum Brandmeister ernannt und blieb bis Juni 1960 Wehrleiter.

Am 23. August 1955 begann nun endlich der Bau des neuen Gerätehauses. Die Kameraden beschlossen durch umfangreiche Eigenarbeiten Geld einzusparen, um zusätzlich eine Wohnung zu errichten sowie einige Verbesserungen gegenüber dem Typenbau ermöglichen. Mit allen Arbeiten am Gerätehaus und der Bachmauer wurden über 8.639 Arbeitsstunden geleistet. Der Bau kostete 32.000 Mark. Im Dezember 1956 konnte das Gerätehaus auf der Südstraße 6a endlich bezogen werden.

 Am 1. August 1958 gab es eine neue Verbesserung der Ausrüstung. Die Feuerwehr Dresden übergab der Weißiger Wehr ein fabrikneues LF - LKW - TS 8 von Typ Garant übergeben. Das Fahrzeug bot für damalige Verhältnisse einen sehr guten Aufbau mit Plane, in welchem eine Gruppe (1:8) und Geräte beheizt untergebracht werden konnten. Mit einem Schlauchanhänger konnten 680 Meter Schlauch mitgeführt werden. Ebenfalls wurden erstmals Sauerstoffkreislaufgeräte mitgeführt. Das bisher genutzte Löschfahrzeug wurde an die Freiwillige Feuerwehr Schullwitz abgegeben. 

Zum 1. Januar 1961 bestand die Wehr aus 35 Kameraden. Einmal im Monat fand eine Übung mit anschließender Dienstbesprechung statt. Am 17. August 1961 wurde Richard Sturm als neuer Wehrleiter eingesetzt, der den Posten von kommissarischen Wehrleiter Herbert Langer übernahm. Am 6. Mai 1962 wurde ein Vorläufer der Jugendfeuerwehr, die Gruppe "Junge Brandschutzhelfer" mit interessierten Jungen aus der 5. und 6. Klasse der Weißiger Schule gegründet. Ebenfalls war die Weißiger Wehr im Feuerwehrkampfsport sehr aktiv und gewann mehrere lokale Meisterschaften, durfte sogar mehrmals zu Kreis- und Bezirksmeisterschaften und einmalig zu den DDR-Meisterschaften antreten. Am 24. Juli 1964 konnte erstmals eine Frauenlöschgruppe gebildet werden, welche jedoch wie zur damaligen Zeit üblich ausschließlich im vorbeugenden Brandschutz aktiv wurde. 

1970er und 1980er Jahre: Entwicklung trotz Problemen

Nach vielerlei Problemen wurde die bisherige Wehrleitung durch eine kommissarische Leitung ersetzt. Horst Berthold übernahm am 1. September 1970 die Wehr vom kommissarischen Leiter Rainer Zadraschil. Für die Wehr begann wieder eine Regelmäßigkeit und die Erfüllung ihrer Aufgaben und die Einsatzfreudigkeit verbesserten sich spürbar. Durch die neu hinzugekommene Kameraden aus der sogenannten Waldrandsiedlung, heute nördliche Forststraße Nähe Ullersdorfer Landstraße, wurde 1970 ein zusätzliches kleines Gerätehaus eingeweiht. Zudem wurden 1970 ein CO²-Flaschen-Gerät, ein Stromerzeuger, eine Ein-Mann-Motorsäge sowie Uniformen neu beschafft.

Nach zwischenzeitlichem Ende der Jugendgruppe konnte am 13. Oktober 1972 eine "AG Junge Brandschutzhelfer" mit 15 Schülern wiedergegründet werden. Bereits 1976 konnten drei interessierte Jungen in die freiwillige Feuerwehr übernommen werden.

Am 14. September konnte die Weißiger Feuerwehr ein neues Einsatzfahrzeug übernehmen. Ein typischen DDR-Löschfahrzeug von Typ Rober, ein LF 8-TS 8 mit Schlauchtransportanhänger wurde uns übergeben. Eine weitere Verbesserung für die Einsatzbereitschaft und die Schlagkraft der Wehr. Das bisherige Löschfahrzeug konnte an die Freiwillige Feuerwehr Schönfeld abgegeben werden. Mit der neu angeschafften Technik und dem neuen Fahrzeug wurden die Platzverhältnisse im 1958 eingeweihten Gerätehaus immer enger. Folglich wurde ein Anbau des Gerätehauses in Angriff genommen, um die gelagerte Ausrüstung und Technik unterbringen zu können. Die Kameraden leisteten einen Eigenanteil von 891 Arbeitsstunden. Renovierungsarbeiten am gesamten Haus zogen sich unter anderem wegen Materialmangels bis 1986 hin.

Im Jahr 1982 erfolgte ein erneuter Wechsel in der Wehrleitung. Horst Berthold legte sein Amt nieder. Peter Wegner übernahm die Wehrleitung, räumte jedoch seinen Posten bereits im Oktober 1982 aufgrund eines Wohnortwechsels. Rainer Zadraschil, bereits 1970 kommissarisch Wehrleiter, übernahm die Funktion erneut. 1984 wurde Kameradin Barbara Zadraschil neue stellvertretende Wehrleiterin - die Weißiger Wehr wurde rein familiär geführt, da ein zweiter Stellvertreter seit 1982 immer noch unbesetzt war. Problematisch war weiterhin die Arbeit der "AG Junge Brandschutzhelfer", nach zwischenzeitlichen Problemen bei der Dienstdurchführung konnte im November 1986 die Arbeit wieder fortgeführt werden - auch bis nach dem politischen Umbruch nach dem politischen Ende der DDR.

Eingemeindung - Feuerwehr Weißig wird ein Teil der Feuerwehr Dresden

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