Stadtteilfeuerwehr Dresden Dresden - Weißig

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Teil II: Motorisierung und Technisierung

Historik Teil II:

Motorisierung und Technisierung des Feuerlöschwesens in Weißig bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945

Von Handruckspritze zur Motorspritze bis zum Löschfahrzeug

Im Jahr 1927 genehmigte die Gemeinde Weißig den Kauf einer Motorspritze, da bei größeren Bränden Motorspritzen aus Dresden oder Radeberg hinzukommen mussten, um die Weißiger Kameraden mit ihrer Handdruckspritze zu unterstützen. Am 26. Januar 1930 war es soweit: Die Motorspritze der Firma Flader aus Jöhstadt in Sachsen wurde nach Weißig geholt. 24 PS durch einen Zweizylinder-Viertaktmotor ermöglichten eine Förderleistung von 600 Litern pro Minute. Alle Armaturen waren aus Messing gefertigt. Ein bedeutender technischer Sprung für die Kameraden der Weißiger Wehr war vollzogen, die bis dahin immer noch mit purer Muskelkraft Wasser fördern mussten. Eine Sammlung für diese Neuerwerbung brachte 1.368,60 Mark plus 100,00 Mark aus der Kasse der Freiwilligen Feuerwehr. Die Spritze erhielt den liebevollen Taufnamen "Gretel".

In den dreißiger Jahren wurde eine Motorisierung der Wehr trotz der schlechten finanziellen Lage im Zuge der Weltwirtschaftskrise angestrebt. Das Angebot über den Erwerb eines ausgebrannten Lieferautos zum Wiederaufbau wurde am 25. Oktober 1931 einstimmig abgelehnt, da dieses zum Transport der Mannschaft und Geräte zu schwach sei.

Einen guten Ausbildungsstand bescheinigten zwei Leistungsprüfungen der Wehr am 26. April 1931 mit der Note "gut" sowie am 12. Juli 1936 mit der Note "sehr gut". Am 10. Oktober 1936 schied der seit 1915 amtierende Wehrleiter Hännig aus Altersgründen aus der Wehr aus und wurde zum Ehrenbrandmeister ernannt. Die Geschicke der Wehr wurden an den bisherigen Spritzenzugführer Oskar Hähnel übergeben. 

1937 intensivierte sich die Suche nach einem Standort für ein neues Gerätehaus, da das bisher genutzte Gebäude auf der Hauptstraße 24 baufällig wurde. Am 2. Juni 1937 wurden die Grundstücke Südstraße 23, Vorplatz des Keglerischen Gutes und eine weiteres auf der Hauptstraße in Betracht gezogen. Beide Vorschläge zerschlugen sich. Jedoch konnte die Wehr 1938 in eine ehemalige Scheune auf der heutigen Südstraße 12 ziehen, welche lediglich provisorisch zum Gerätehaus umgebaut wurde, um ein Fahrzeug unterbringen zu können. Dieses wurde bereits 1937 von der Gemeinde Weißig in Radebeul für 550 Mark gekauft, ein 80 PS-PKW Typ Mercedes-Nürnberg. Diese wurde 1939 von der Firma Vetters in Dittersbach zum Feuerwehrfahrzeug zum Preis von 1.650 Mark umgebaut. Am 29. Juli 1939 war es soweit: Das Fahrzeug konnte in Dienst gestellt werden. Alle Ausrüstungsgegenstände inklusive einer Motorspritze konnten zusammen mit der Mannschaft zum Einsatzort bewegt werden. Zudem wurde bereits am 2. Februar 1938 eine Sirene gekauft und in Dienst gestellt.

Weißiger Feuerwehr im Dritten Reich

Nicht zu vergessen bleibt jedoch auch die Machtübernahme des Nationalsozialisten im Deutschen Reich und den daraus folgenden Beschränkungen, Änderungen und Leid. Bereits 1934 wurde ein Kamerad ausgeschlossen  und drei Kameraden erhielten einen scharfen Verweis aufgrund "der Nichtachtung der Symbole des Staates und abfälliger Äußerungen gegenüber der NSDAP". Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen von 1938 wurden die freiwilligen Feuerwehren der Zuständigkeit der Kommunen enthoben und unter direkter Aufsicht des Reichsinnenministeriums als Teil der Hilfspolizei gestellt. Es wurde der Name in Feuerlöschpolizei geändert. 

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde aufgrund der Einberufung ins Militär das Personal knapper und es wurden bereits ausgeschiedene Kameraden wieder dienstverpflichtet. Die Sirene durfte nicht mehr zur allgemeinen Alarmierung der Feuerwehr sondern ausschließlich bei Fliegeralarmen genutzt werden. Dementsprechend wurde die Alarmierung wieder über Hornisten getätigt.

1941 wurde die Feuerwehr Weißig bei Fliegeralarm verpflichtet, sich bei Fliegeralarm am Gemeindeamt bereitzustellen. Nach Anforderung der Feuerwache Louisenstraße ist eine Gruppe zur Hilfeleistung nach Dresden zu schicken. Am 7. April 1945 war der letzten Protokolleintrag über einen Dienst der Wehr vor Ende des Zweiten Weltkrieges. Über den dritten großen Bomberangriff auf Dresden am 17. April 1945 haben wir Kenntnis, dass eine Gruppe der Weißiger Wehr nach Dresden ausgerückt war, um Brände zu löschen und Bombenschäden zu beseitigen.

Auch im Zweiten Weltkrieg verlor die Weißiger Feuerwehr einige Kameraden. Die Feuerwehren wurden aufgrund der Weisungen des sowjetischen Miltäradministration ab Mai 1945 zum Dienst verpflichtet und einsatzbereit gehalten.

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