Stadtteilfeuerwehr Dresden Dresden - Weißig

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Historik Teil I:

Dörfliche Anfänge, Pflichtfeuerwehr und Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr 1911

Feuerschutz in Weißig: Dörfliche Anfänge

Im Ort Weißig, 1235 als Wizoch erstmal erwähnt, mussten die Bewohner den Feuerschutz mit einfachen Mitteln im Auftrag der Grundherrschaft selbstständig sicherstellen. 

Erst für das Jahr 1816 besitzen wir ein noch heute bewahrtes historisches Zeugnis des damaligen Brandschutzes: Eine durch die Commun Weißig, im heutigen Sprachgebrauch als Gemeinde bzw. Kommune/kommunal verwendet, angeschaffte Kastenspritze, Baunummer 1203 gefertigt 1816 von La-Mar in Dresden. Diese tragbaren oder auf ein auf ein Fahrgestell montierten Feuerspritzen mussten zum Einsatzort gezogen und mit viel Körperkraft bedient werden. Es gab keine Ansaugvorrichtung und das Wasser musste händisch mit Stoff- oder Ledereimern zugeführt werden. Da diese Spritzen wenig leistungsfähig waren, bestanden in der Regel Löschgemeinschaften oder nachbarschaftliche Löschhilfen, die bis weit ins 20. Jahrhundert weiterbestanden. Bei Bränden in nahegelegenen Nachbarorten rückten - ähnlich wie heute - die umliegenden Mannschaften mit ihren Spritzen aus, um das Feuer zu bekämpfen. 

Gründung einer Pflichtfeuerwehr

Durch die Entwicklung Weißigs im 19. Jahrhundert zu einem bereits über 1.000 Einwohnern zählenden Dorf im Jahr 1871 musste bereits eine Pflichtfeuerwehr gegründet werden, um den Brandschutz weiterhin sicherzustellen. Das genaue Gründungsdatum ist leider heute nicht mehr belegt. Die Pflichtfeuerwehr bestand bis 19?? und bestand aus eine Wachmannschaft und einer Spritzenmannschaft von je 15 Mann. Die Leute wurden in der Regel für drei Jahre verpflichtet und mussten bei Vernachlässigung ihrer Pflichten Strafen befürchten. Beispielsweise wurde bei Versäumen der Übung eine empfindlich hohe Strafe in Höhe von 3 Mark ausgesprochen.

1880 wurde zusätzlich eine weitere größere Handdruckspritze von der Gemeinde Weißig beschafft. Diese war auf einem Pferdezug montiert, wurde von 6 Mann bedient und konnte schon selbsttätig Wasser ansaugen, das bedeutet Eimerketten von weiteren Helfern wurden nicht mehr zwingend gebraucht. Auf der Spritze konnten insgesamt 8 Mann inklusive dem Kutscher mitfahren. Die Handdruckspritze wurde später auch weiterhin von der Freiwilligen Feuerwehr genutzt und ist durch glückliche Umstände bis heute Erhalten geblieben und weiterhin im Besitz der Wehr. 

Gründung einer freiwilligen Feuerwehr 1911

Im Jahr 1911 nahmen einige Bewohner der Gemeinde Weißig den Brandschutz als Ehrenamt nach viel Vorarbeit in die eigenen Hände und folgten somit einer Welle von Gründungen freiwilliger Feuerwehren im Königreich Sachsen und dem Deutschen Reich. Am 23. April 1911 erfolgte in Weißig die Gründungsversammlung der "Freiwilligen Feuerwehr Weißig" mit 26 anwesenden Männern des Ortes. Friedrich Wilhelm Lässig wurde als Hauptmann der neu gegründeten Wehr bestimmt. Er wurde von Ernst Emil Hännig als Steigerzugführer und Bruno Ernst als Spritzenzugführer unterstützt. Die 26 anwesenden Männer gelten heute als die Gründer der freiwilligen Feuerwehr in Weißig.

Geübt wurde in der Regel sonntags zwei Mal im Monat auf dem Hof des Gutes Neumann auf der Südstraße. Die Grundübungen wurden nach kurzer Zeit von der Feuerwehr Dresden mit dem Prüfungsergebnis "gut" abgenommen. Die Stärke in den folgenden Jahren betrug meist 13 bis 15 Kameraden, sodass das Bestehen der Pflichtfeuerwehr weiterhin notwendig war. Diese übte in den Sommermonaten einmal monatlich. Bereits in den ersten Jahren ist auch ein geselliges und kulturelles Leben belegt. Im Jahr 1919 fand bereits ein gemeinsamer Ausmarsch in das nahe gelegene Kleinerkmannsdorf statt.

Das Gerätehaus, in welchem alle feuerwehrtechnischen Gerätschaften der Gemeinde bis 1938 aufbewahrt wurden, befand sich auf der heutigen Hauptstraße Hausnummer 24. Die Schläuche wurden zum Trocknen an der gegenüberliegenden Hauswand der Hausnummer 23 aufgehangen. An der alten Brauschänke, heute Hausnummer 11, befand sich das Leiterhäuschen. Ein Steigerturm, heute als Schlauchturm bekannt, wurde erst 1912 auf der Südstraße am Gönnsdorfer Weg erbaut.

Frühe Entwicklung der freiwilligen Feuerwehr

Bereits 1915 löste Steigerzugführer Hännig den Weißiger Feuerwehr-Hauptmann Lässig ab. Ein Jahr später, 1916, wurde bereits ein örtliches Feuerwehr-Kommando eingerichtet. In welchem Umfang und welchen Bereich es umfasste, ist leider nicht mehr bekannt. Im Ersten Weltkrieg verlor die Feuerwehr einige Kameraden, sodass der Personalbestand schrumpfte. 

Nach dem Problemen der Nachkriegszeit und den ersten Wirren der Weimarer Republik ging es 1924 langsam bergauf. Es wurde eine Feuerwehrkapelle gegründet, deren Leiter Bruno Schöne war. 1926 wurde eine Prüfung mit dem hervorragendem Ergebnis "sehr gut" abgelegt. Die Kapelle bestand nach zwei Wechseln in der Leitung bis zum 1. August 1939. Ebenfalls im Jahr 1924 konnte die Gemeine Weißig neue Uniformen an die Kameraden herausgeben - doch bereits drei Jahre später musste ein Aufnahmestopp verhängt werden, da keine Ausrüstung für neue Kameraden mehr vorhanden war.

Zum Ziehen der Handdruckspritze wurden übrigens Weißiger Gutsbesitzer verpflichtet. Diese mussten bei Feueralarm Pferde bereitstellen und die Handdruckspritze mit den Kameraden zum Einsatzort kutschieren. Belegt sind Paul Grafe und in Vertretung Emil Jähnichen. Ab 1928 wurden die Automobilbesitzer Edwin Müller und Albin Hausschild zum Fahren der Spritze verpflichtet - eine erste Technisierung der Feuerwehr.

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