Freiwillige Feuerwehr Dresden - Weißig

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1962-1971

Am 17.2.62 waren so viele Sturmschäden, dass auch von uns eine Gruppe nach Dresden musste, um diese zu beseitigen. Im März traten sechs junge Kameraden in unsere Wehr ein, sodass wieder eine Jugendgruppe entstand. Im April brannte es in den Weidenkulturen an der Prießnitz. Am Sonntag, den 29.4. um 7.00 Uhr ging die Sirene. Im Gasthof Weißig brannte es im großen Saal. Ein Teil des Büffets, die große Registrierkasse und die Schalttafel der elektrischen Leitung, fielen den Flammen zum Opfer. Der ganze Saal war voll Qualm und die neu vorgerichteten Wände und Decken waren grau. Wir löschten mit einem C-Rohr im Innenangriff. Wasser wurde aus Rüdigers Teich entnommen. Die Feuerwehr Dresden war auch da, brauchte aber nicht mehr einzugreifen. Am 6.5.62 wurde eine Gruppe junger Brandschutzhelfer aus Pionieren der 5. und 6. Klasse gegründet. Erst waren es sieben Pioniere, dann hat sich die Zahl auf neun erhöht. Sie werden im vorbeugenden Brandschutz ausgebildet. Am 29.7.62 nahmen erstmalig Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weißig am Feuerwehrkampfsport teil. Eine Mannschaft, bestehend aus zwei Kameraden von Weißig und zwei Kameraden aus Rockau starteten in der 4 x l00 m Feuerwehrstafette. Nach fünf Trainingsabenden in Radeberg und einer Abschlusszeit von l:48:8 rechneten wir mit dem 6. – l0. Platz von 14 gemeldeten Mannschaften. Am Wettkampftag steigerte sich die Leistung der Mannschaft auf l:43:8, das war der 2- Platz in der Kreismeisterschaft 1963. Diese Zeit wurde erreicht von den Kameraden aus Weißig: Anwart, P. Blümel, R. Zadraschil, aus Rockau: S. Mauksch, D. Wegbrod. Dafür erhielten die Kameraden eine Urkunde und einen Wanderpreis. Am 5.9.62 fand auf der Pillnitzer Strasse bei Hempel, in Zusammenarbeit mit der FFW Schönfeld, eine Nachtalarmübung statt. Wehrstärke am 31.12.62 35 Mann. Seit diesem Jahr sind 2 Kameraden im Gemeinderat. Die Wehr leistete 1962 207 Einsatzstunden, 752 Dienststunden und 668 Stunden im Nationalen Aufbauwerk. Am 19. Mai 1963 fand eine Überprüfung unserer Wehr statt. Es wurde eine Gruppenübung mit 2 Gruppen und 2 Tragkraftspritzen durchgeführt. Eine Angriffsübung mit 2 Tragkraftspritzen wurde bei Bauer Gersdorf durchgeführt. Unsere Feuerwehr legte eine mündliche Prüfung über Fragen des vorbeugenden und tätigen Brandschutzes ab. Des Weiteren wurden beurteilt, der Zustand unseres Gerätehauses, des Wagens, der Geräte und der persönlichen Ausrüstungen. Wir erreichten damit 145 Punkte und erhielten die Note gut. Die Wehr leistete 1963: 158 Alarmstunden, 150 Einsatzstunden, 700 Dienststunden und 740 Nationale Aufbaustunden Wehrstärke am 31.12.1963 34 Kameraden. Am 18. April fand unsere 53. Gründungsfeier im Gasthof Weißig seinen fröhlichen Ausklang. Es war spät, als die letzten Kameraden nach Hause gefunden hatten. Doch sie sollten keine Ruhe finden. Morgens 6 Uhr rief die Sirene zum Alarm. Was war geschehen? Die Äste der Kastanie bei Füllborns hatten eine Verkehrsstörung herbeigeführt, welche beseitigt werden musste. Tatkräftig gingen wir dabei ans Werk. Kaum hatten wir uns davon erholt, ertönte die Sirene nachmittags 15 Uhr erneut zum Alarm, Es brannten die Abt. 24, 25, 39, 40, 58 und 60 der Dresdner Heide. Hier waren wir 8 Stunden im Einsatz. Zitat aus der „ SZ " vom 20.4.64 - Großbrand in der Dresdner Heide - Am Sonntag den 19. April gegen 14.35 Uhr meldeten Spaziergänger von der Totenmühle aus an die Feuerlöschpolizei, dass sie im Jagen 24 der Dresdner Heide (Forstrevier Bühlau) Feuer bemerkt hätten. Binnen kurzem liefen weitere 80 Anrufe ein. Noch vor 15 Uhr war das erste Kommando im Einsatz. Zur Bekämpfung des Brandes wurden sämtliche Berufs- und freiwilligen Feuerwehren der Staat Dresden und 14 der Dresdner Heide benachbarten Ortschaften herangezogen; dazu die 8. Bereitschaft der Volkspolizei, Kräfte der NVA, Angehörige der Forstwirtschaftsbetriebe sowie freiwillige Helfer aus der Bevölkerung, insgesamt 400 Personen. Die Leitung der Bekämpfung übernahm die zuständige Katastrophenkommission. Vom Feuer wurden 80 Hektar erfasst, wobei Altholzbestände, Stangenholzungen, Dickungen am Boden sowie Wipfel betroffen waren. Nach 2,5 Stunden gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Hauptsächliche Bekämpfungsmaßnahmen waren Ausschlagen in den gefährdeten Beständen und Einsatz von Wasserwagen. Es wurden etwa 3 km Schlauchleitung gelegt. Die Orts- und Sachkundigen Hinweise von Oberförster Jahn trugen wesentlich zum wirkungsvollen Einsatz der Kommandos bei. Wie uns in den späten Abendstunden des 19. April in der Heidemühle von der Feuerlöschpolizei mitgeteilt wurde, blieben die zur Bekämpfung herangezogenen Einheiten die Nacht hindurch im Einsatz. Wie wir am Montag früh von der Abteilung Feuerwehr erfuhren, ist der Brand nach wie vor unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht. Die Trockenheit des Waldbodens ist derart stark, dass eine Unmenge von Löschwasser herangeführt werden muss. Der Einsatz der Feuerwehr dauert an; eventuell noch für ein bis zwei Tage. Beim Kampfsport am 7. Juni wurde von den sportlichen Kameraden bei 4 x 100m der 3. Platz und bei 1 x 100m der 4. Platz belegt. Eine beachtliche Leistung und damit sagen wir den beteiligten Kameraden unseren Dank. Am 21. Juni konnten wir gemeinsam mit dem Wirkungsbereich Pillnitz an einer Schauübung am Kurhaus Bühlau teilnehmen. Ein neuer Auftrag „ Werbung von neuen Kameraden " lag vor. Wir veranstalteten einen Werbeabend und es wurden 29 männliche und 22 weibliche Bürger eingeladen. Es erschienen 6 weibl. Bürger, wovon 5 der Freiwilligen Feuerwehr beitraten. Somit konnte am 24. Juni 1964 eine Frauenlöschgruppe mit den Kameradinnen: Barbara Gottlöber; Erika Hoffmann; Gisela Kante; Hildegard Langer; Margarethe Lehnert gegründet werden. Sie treffen sich einmal im Monat und werden durch Kameraden Horst Lehnert über vorbeugenden Brandschutz belehrt. Nach Erhalt der Uniformen werden sie gemeinsam mit anderen Kameraden praktische Brandschutzkontrollen durchführen. Am 18. August Alarm, der Blitz hatte in eine Scheune in Eschdorf eingeschlagen. Sie brannte lichterloh. Am 6. Oktober erneut Waldbrand in der Abt 36 und am 12. Oktober rückten wir zum Scheunenbrand nach Rossendorf aus. Diese Scheune hatten Kinder in Brand gesetzt. Der 14. November brachte für alle Feuerwehren, die im Besitz eines Spezialfahrzeuges sind, eine Katastrophenübung in der Dresdner Heide (Kuhschwanzbrücke). Die Wehr leistete im Jahr 1964 266 Einsatzstunden, 644 Dienstunden, 418 NAW-Stunden. Aus Anlass des Heimatfestes fanden am 28.05.1967 am Gemeindeamt und am 14.10. in Schullwitz Schauübungen statt. Zwei Brandschutzwochen (22.-27.5. und 15.-22.10.) wurden durchgeführt. Es kam zu folgenden Einsätzen: Unwettereinsatz am 20.07., Scheunenbrand in Ullersdorf, Brand in der Kiesgrube und die Sicherung des Wahllokales am 02.07. musste gewährleistet werden. Der Antrag zur Erweiterung des Gerätehauses an den Rat der Gemeinde blieb erfolglos. Dafür wurde eine Motorsäge für die Wehr gekauft. Im Wettbewerb wurden erstmals "Leistungsbarometer nach Stufen" gefordert. Wir stellten den Antrag, um die Leistungsstufe III zu erreichen. Zwei Kameradinnen: Erika Hoffmann und Barbara Zadraschil besuchten in der Zeit vom 23.-27.09.1968 den Lehrgang Technik und Versorgung in Dresden. Es kam zu vielen Einsätzen, die hauptsächlich durch Unwetter hervorgerufen wurden. So musste im Grundstück Haak eine Pappel entfernt werden. Zaunschäden wurden bei Michlers behoben und zwei Linden mussten gefällt werden (Michler und Jentsch). Aber auch zum Stubenbrand bei Schade auf der Hermann-Löns-Str., zum Haldenbrand und zum OBUS-Brand rückten wir aus. Das Jahr war reich an Unwettern und somit konnten 20 Kameradinnen und Kameraden für den selbstlosen Einsatz beim Katastrophenalarm mit der Medaille ausgezeichnet werden. Die Wehr erhielt eine Prämie von 700,- Mark. Die Brandschutzwoche fand vom 14.-19. Oktober statt. Die Wehrstärke am 31.12.1968 weist 31 Kameraden aus. Wir schreiben das Jahr 1969 und das gesamte Wettbewerbsprogramm steht im Zeichen des 20. Jahrestages der Gründung der DDR. Für uns galt es in diesem Jahr das gestellte Ziel, die "Erreichung der Leistungsstufe III", zu erfüllen. Am Jahrestag erfolgte die Abnahme und es war geschafft. Auch Qualifizierungen wurden in der Wehr groß geschrieben. So nahmen die Kameraden W. Rebentisch, M. Langer, R. Zadraschil sowie H. Berthold, W. Schliech und G. Glaser an einem Motorkettensägenlehrgang teil. Die genannten Kameraden waren hauptsächlich Neuzugänge von der Waldrandsiedlung. Durch deren Initiative wurde der Bau eines Gerätehauses am Waldrand geplant. Die Wehr errang durch ihre Teilnahme an der Kreisbestenermittlung einen 9. Platz. Aber es gab auch personelle Veränderungen. Die Wehrleitung wurde ohne vorherige Diskussion und vieler Worte umbesetzt. Der Wehrleiter Kam. Sturm und Kam. H. Böhme, verantwortlich für Ausbildung und Schulung, wurden entlastet. Kommissarisch eingesetzte Kameraden übernahmen vorläufig die Leitung der Wehr. 1970 hat die Wehr eine Stärke von 46 Kameraden, davon 4 Kameradinnen. Bis zum 30.08.70 bestand die Leitung kommissarisch aus: Lm R. Zadraschil, Wehrleiter; Bm Langer, Herbert Ausbildung und Schulung; Hfm Hoffmann, Erika Vorbeugender Brandschutz. Durch Ratsbeschluss erfolgte mit Wirkung vom 01.09.1970 die Neubesetzung mit: Lm Berthold, Horst Wehrleiter; Bm Langer, Herbert Ausbildung und Schulung; Hfm Hoffmann, Erika Vorbeugender Brandschutz; Bm Fehre, Christian Stellv. Vorbeugender Brandschutz. Für die Wehr begann wieder eine Regelmäßigkeit und die Erfüllung ihrer Aufgaben und die Einsatzfreudigkeit verbesserten sich spürbar. So nahmen wir an den Wettkämpfen im Wirkungsbereich teil und belegten im Schnelligkeitsgruppenwettkampf den 4. Platz und in der Einsatzübung den 3. Platz. Der nächste Erfolg stellte sich ein. Das Gerätehaus am Waldrand wurde eingeweiht. Im ersten Halbjahr mussten wir nicht ausrücken, eine unheimliche Ruhe. Dafür wurden wir im zweiten Halbjahr bei folgenden Einsätzen benötigt: Friedhof – Abfallbrand, Gasthof Schönfeld, Haldenbrand F6, Straßenbau – auspumpen. Weiter wurden Hilfeleistungen gegeben bei der Wasserversorgung des Bauerngutes Schmidt, Beleuchtung bei Straßenbauarbeiten und Wasserleitungsarbeiten. Eine örtliche Überprüfung fand im Rahmen der Brandschutzwoche statt. Neu angeschafft wurden: CO2-4-Flaschengerät, Notstromaggregat, Einmann-Motorsäge. Für Neuanschaffungen wie Uniformen und dergleichen standen Werte von 11.000,- M und für die Werterhaltung 5,000,- M zur Verfügung. Gelder die vom Rat geplant wurden und auch dafür Verwendung fanden. Die Wehr bestand 1971 aus 44 Kameraden. Vom Dienst beurlaubt bzw. befreit wurden: lt. § 4 Abs. 2 Kam. Aust (Wirkungsbereichsleiter), lt. § 5 Abs. 4 Kam. Säurich (Ehrenmitglied), Kam. Paul, Siegmar (beruflich, Fernfahrer) und Kam. Schüler, Heinz (Gesundheitsgründe). Die durchschnittliche Dienstbeteiligung beträgt 65,7%.

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