Freiwillige Feuerwehr Dresden - Weißig

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1952-1961

Der Kamerad Walter Hecht schied aus gesundheitlichen Gründen aus, dafür übernahm am 1. Januar 1952 der Kamerad Herbert Langer den stellv. Wehrleiter. In den folgenden Jahren war auch der kameradschaftliche Zusammenhalt in der Wehr sehr gut. So veranstalteten wir einige Autobusfahrten in den Spreewald, zweimal ins Erzgebirge, nach Sohland und eine Schiffspartie mit der "Johanna" in die Sächsische Schweiz. Jedes Jahr hatten wir eine Weihnachtsfeier (vom Spargeld der Kameraden), eine Pferdeschlittenpartie in die Dresdner Heide und eine Faschingsveranstaltung unter dem Motto: In der Haifischbar auf St. Pauli, für alle aktiven Kameraden mit Frauen. Zum Hochwasser in Dresden am 5. Juli 1953 wurde eine Gruppe der Wehr eingesetzt. Sie arbeitete erst im VEB Papierverarbeitung Riesaer Straße, dann im Fernmeldeamt Postplatz und am Altmarkt. Überall wurden Keller ausgepumpt. Die erste Gruppe war vom 5. Juli 18.00 Uhr bis 6. Juli 14.00 Uhr im Einsatz, dann wurde abgelöst bis 7. Juli. Anschließend waren noch Keller in Weißig auszupumpen. Auch eine Laienspielgruppe hatte unsere Wehr, sie spielte von 1955-1959. In diesen Jahren sahen wir stets zum Stiftungsfest einen Einakter. Die Laienspielgruppe bestand aus sechs Kameraden. Ihr gehörten an: Aust, Fischer, Gommlich, Kochta, Strauch und Sturm. Weißig als Zentralkommando: Am 1. Juni 1953 wurde Weißig Stützpunkt und hatte die Wehren Ullersdorf, Gönnsdorf und Pappritz mit zu betreuen und zu alarmieren. Am 1. April 1955 wurde die Wehr Weißig zum Zentralkommando ernannt und es wurden die Wehren Eschdorf, Schullwitz, Gönnsdorf, Pappritz und Ullersdorf angeschlossen. Im August 1956 wurde Weißig Wirkungsbereich und dazu gehörten 12 Wehren: Weißig, Eschdorf, Schullwitz, Borsberg, Zaschendorf, Reitzendorf, Malschendorf, Schönfeld, Rockau, Pappritz, Gönnsdorf und Cunnersdorf. Der Wehrleiter Säurich wurde im Frühjahr 1957 zum Oberbrandmeister ernannt und 1960 zum Brandinspektor. Da nun die Aufgaben immer größer wurden, konnte er nur noch Leiter des Wirkungsbereiches sein. Er gab den Posten als Wehrleiter ab. Als neuer Wehrleiter wurde am 3. August 1956 Kamerad Horst Aust verpflichtet und am 7. September 1956 zum Brandmeister ernannt. Kamerad Aust leitete die Wehr bis zu seinem Austritt am 1. Juli 1960. Als kommissarischer Wehrleiter wurde Kamerad Herbert Langer eingesetzt, bis ein dazu befähigter Kamerad gefunden ist. Während der vergangenen Jahren rückte die Wehr unzählige Male zu Waldbränden aus und auch innerhalb der angeschlossenen Wehren, so z.B. zum Dachstuhlbrand in Pappritz, zum Scheunenbrand in Eschdorf usw. Auch bei Unwetterkatastrophen war sie einige male unterwegs, z.B. vom 9. Juli 1954 23.45 Uhr bis 10. Juli 16.00 Uhr in der Weizenmühle Freital, wo es galt mit noch fünf anderen Wehren die Kellerräume vom Wasser, das immer wieder von der Weißeritz hereindrückte, freizuhalten. Es mussten Edelhölzer im Werte von einigen 100 Tausend Mark vor Schaden bewahrt werden. Denn wäre die Anlage verloren gegangen, so wäre auch die Versorgung der Bevölkerung gefährdet gewesen. Weiterhin hatten wir einen größeren Einsatz in der Besamungsstation in Prohlis. Pfingsten 1955 beteiligte sich die Wehr Weißig am Umzug der 720-Jahrfeier der Gemeinde Weißig mit einer Kastenspritze, einer Handdruckspritze und einer Motorspritze. Anschließend wurde auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs mit allen drei Spritzen und in historischen Uniformen eine Schauübung durchgeführt. Am 28.August 1955 begann nun endlich der Bau des neuen Gerätehauses. Die Kameraden hatten beschlossen, durch Übernahme der Nebenarbeiten (Ausschachten, Herbeiholen des Sandes, Herstellen des Fundamentes, Abladen der Ziegel, durch Erdarbeiten usw.) soviel Geld einzusparen, dass eine Wohnung eingebaut werden kann und sonstige Verbesserungen gegenüber dem Typenbau möglich werden. Die Kameraden leisteten bis 31. Januar 1955 insgesamt 1335 Stunden. Die Kameraden mit mehr als 100 Aufbaustunden bekamen die Aufbaunadel in Silber, die mit mehr als 50 stunden in Bronze. 1956 wurden insgesamt 1456 Stunden geleistet. Für mehr als 36 Stunden gab es die Aufbaunadel. Im Dezember 1956 zogen wir ins neue Gerätehaus ein. Bald darauf wurde auch die Wohnung fertig, die unser Kamerad Wolfgang Rebentisch als Maschinist und Gerätewart bezog. Er übernahm damit auch den Hausmeisterposten. Aber damit war die Arbeit noch nicht zu Ende. In den folgenden Jahren wurden noch folgende Stunden für Bachmauer, Zaun, Planierung, Aussäen des Grases, Inneneinrichtung usw. geleistet. Der Bau kostete ca. 32.000,— DM, ohne die 8639 Stunden, die von den Kameraden im NAW geleistet wurden. Gebaut wurde das Gerätehaus vom Baumeister Walter Lange in Weißig. Am 8. Juli 1958 erfolgte eine Überprüfung der Wehr durch eine Kommission unter der Leitung des Wirkungsbereichsleiter Reschke von Radeberg. Sie bestand aus zwei Gruppenübungen, einer theoretischen Prüfung, der Überprüfung der Geräte und persönlichen Ausrüstung, sowie einer Einsatzübung. Die Überprüfung wurde mit dem "Ergebnis "Sehr gut" abgeschlossen. Am 1. August 1958 wurde der Gemeinde / Feuerwehr Weißig von der Abt. Feuerwehr Dresden durch den Genossen Hauptmann Petzold ein neuer Wagen übergeben. Es handelte sich um ein LF - LKW - TS8 mit STA, Baujahr 1958, allrad-getriebenes Fahrgestell mit luftgekühltem Otto-Motor vom Typ Garant, LKW-artiger Aufbau mit Plane und Heizung, der die feuerwehr-technischen Ausrüstungen (einschließlich SKG-Geräte) wohlgeordnet aufnimmt, der der Besatzung ( eine Gruppe 1 : 8 Mann) Platz bietet und schnell für notwendige Materialtransporte umgewandelt werden kann. Die TS 8 steht auf dem Zugfahrzeug und im Anhänger sind Schläuche zum ausfahren. Die gesamte Schlauchlänge (mit Haspel und Rollschläuchen) beträgt 680 Meter. Hergestellt wurde das Fahrzeug im VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz. Im Februar 1959 übergaben wir unseren Mercedes-Nürberg an die Freiwillige Feuerwehr Schullwitz. Im Herbst 1959 erfüllten acht Kameraden die Bedingungen für das Sportleistungsabzeichen in Bronze. Das Abzeichen wird getragen von den Kameraden: Herbert Langer, Horst Lehnert, Horst Böhme, Manfred Langer, Harald Fischer, Helmut Forker, Günther Böhme, Bernd Scheerer, Herbert Hoffmann und Manfred Kante. Zwei der Kameraden haben das Abzeichen in der Abt. F erworben. In den vergangenen Jahren fuhr meistens eine Gruppe von uns mit dem Wagen als Einsatz zum Autospinnerennen nach Hellerau. Am 9. Januar 1960 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Weißig die Aufbaunadel in Gold als Kollektivauszeichnung im NAW verliehen. Im Jahre 1960 wurde das Kommando aufgelöst und es bestehen jetzt eine Wehrleitung mit Wehrleiter, Stellvtr. für S. und A., Stellvtr. für V.B. Wenn erforderlich, können die Gruppenführer hinzugezogen werden. Ein besonderes Lob gebührt dem vorbeugenden Brandschutz, der unermüdlich überall Kontrollen durchführt und auch durch Aufklärung die Brände tüchtig verringert hat. Unzählige Stunden ihrer Freizeit, meistens an Sonntagen, opfern die Kameraden des vorbeugenden Brandschutzes für diese Aufgabe und gehen obendrein noch einmal im Monat im Wirkungsbereich zu Schulungen. Am 1. Januar 1961 bestand die Wehr aus 35 Mann. Die Medaille für treue Dienste in Silber tragen die Kameraden: Säurich, Otto; Langer, Herbert; Neubert, Siegfried; Schütte, Paul. Die Medaille für treue Dienste in Bronze tragen die Kameraden: Lehnert, Horst; Böhme, Horst; Langer, Manfred; Rebentisch, Wolfgang; Kochta, Harry; Rüssel, Wolfgang; Paul, Siegmar und Fischer, Harald. In all den Jahren fanden monatlich eine Übung und eine Dienstbesprechung statt, je nach Bedarf auch manchmal mehr. In den Dienstbesprechungen setzten sich die Kameraden mit Problemen innerhalb der Wehr auseinander. In den letzten Jahren wurden die Probleme des Kampfes um den Frieden und des Aufbaus des Sozialismus in unserem Dorfe und in aller Welt den Kameraden durch unseren Bürgermeister Mätzold und den Instrukteur Böhlig der Abt. F Dresden aufgezeigt. Trotz vieler Bemühungen ist es noch nicht gelungen, einen Kameraden der Wehr in den Gemeinderat zu bekommen, aber im Dorfklub und in der Nationalen Front ist je ein Vertreter der Feuerwehr. Unsere 50 – Jahrfeier: Am 22. und 23. April 1961 feierte unsere Freiwillige Feuerwehr bei herrlichem Wetter ihr 50-jähriges Jubiläum. Nach intensiver Vorbereitung war es nun soweit, dass am Sonnabend den 24.4.61 unsere Feier mit dem „ Tag der offenen Tür " im Gerätehaus begann. Unter dem Motto: „Vom Löscheimer zur Motorspritze " wurden auch unsere alten Feuerlöschgeräte gezeigt. Zu sehen waren dort unter anderen: eine alte Spritze aus dem 16. Jahrhundert (Ullersdorf), eine Kastenspritze (Pappritz), eine Handdruckspritze von 1881 (unsere eigene) sowie unser alter Mercedes und unser LF – LKW mit STA. Gegenüber dem Gerätehaus hatte die Feuerwehrkapelle von Langebrück Aufstellung genommen, die dann auch im Festumzug spielte, der um 15.00 Uhr begann. An der Spitze des Festumzuges sahen wir unsere Kameraden in alten Uniformen und mit den alten Spritzen. Die Freiwilligen Feuerwehren mit ihren Mannschaften und Fahrzeugen aus den Nachbarorten Ullersdorf, Gönnsdorf, Schönfeld, Schullwitz, Eschdorf und Rockau, sowie unsere Wehr und ihre Mitbegründer, die Kameraden Kegel, Wagner und Lässig. Am Abend hatten sich ca. 700 Gäste und unsere Kameraden im Gasthof zusammengefunden. Nach der Festansprache wurden unsere Mitbegründer geehrt und die ältesten Feuerwehrleute (Säurich, Langer, Schütze und Hähnel) ausgezeichnet. Der Abend klang aus mit geselligem Beisammensein und Tanz wozu 2 Kapellen bis 2.00 Uhr aufspielten. Am 23.4.61 wurde eine große Schauübung an der Schule durchgeführt in Zusammenarbeit mit den Wehren der Orte Ullersdorf, Schönfeld, Schullwitz, Eschdorf und Rockau sowie dem Deutschen Roten Kreuz des Zentralforschungsinstitutes für Kernphysik Rossendorf. Die Übung wurde allgemein sehr gelobt. Zu einem musikalischen Frühschoppen mit einem kleinen Imbiss und Bier fanden sich unsere Kameraden und die Nachbarwehren ein. Da das Bier am vorhergehenden Abend alle geworden war, haben unsere Kameraden aus der Brauerei neues Bier geholt und dem glücklichen Ausgang unserer Jubiläumsfeier stand nichts mehr im Wege. Im Sommer 1961 starb unser 1. Feuerwehrhauptmann Wilhelm Lässig. Am17.8.1961 wurde Kamerad Richard Sturm als Wehrleiter eingesetzt. Gegen 20.30 Uhr wurde der Scheunenbrand des Bauern Fritz Wittmann, Dresdener Straße, durch vorübergehende Bürger bemerkt, die mit dieser Nachricht in den Gasthof liefen und von da aus ging ein Kamerad an die Sirene. Danach wurde der Bauer Wittmann von seinem Scheunenbrand durch die Bürger benachrichtigt. Die Kameraden der Feuerwehr waren schnell zur Stelle, legten Schläuche aus und brachten die Tragkraftspritze am Dorfbach in Stellung. Die Tiere wurden aus den Ställen getrieben und in den benachbarten Gehöften untergebracht. Leider dauerte es eine geraume Zeit, bis das Wasser vom Dorfteich und aus dem Entleerungsschieber an der Schule bis zum angespannten Schützen am Transformatorenhäuschen gelangte. An der Scheune war nichts mehr zu retten, es gelang uns aber die umliegenden Gebäude zu sichern. Die Nachbarwehren und die Feuerwehr Dresden trafen ebenfalls zu den Löscharbeiten ein, welche gegen 23.00 Uhr beendet wurden. Trotz des einsetzenden Regens wurde eine Brandwache bis zum Morgen gestellt. Am 18.8. von 6.00-20.00 Uhr, wurden Aufräumungsarbeiten von den Kameraden geleistet. Genossen der Feuerwehr Dresden zogen mit dem Spill den Giebel an der Straßenseite ein. Am 6.10.61 brannte in Coswig eine Scheune der Strohfabrik von 90 m Länge, 40 m Breite und 25 m Höhe mit 7.000 Zentner Stroh. Unsere Wehr stellte eine Gruppe von 00.00 - 6.00 Uhr. Am 7.l.61.nahm eine Gruppe an einer Schauübung der Freiwilligen Feuerwehr Rockau teil. Im November starb unser Mitbegründer Richard Wagner. Von den Spenden der Frauen und des Rates des Kreises wurden im Herbst für alle Kameraden neue Schirmmützen gekauft. Die Wehr leistete 1961: 1.160 Stunden und 682 NAW-Stunden, die Wehrstärke betrug am 31.12.61 30 Kameraden.

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