Freiwillige Feuerwehr Dresden - Weißig

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1922-1931

1923 hatte die Feuerwehr ein Vermögen von 81.000.000.034.833 Mark (in Worten 81 Billionen). 1924 wurden gute Uniformen angeschafft (300,- Mark kostete der Stoff und 424,50 Mark betrug der Schneiderlohn). Im selben Jahr wurde eine Feuerwehrkapelle mit 13 Mann gegründet. Der erste Chorleiter war Bruno Schöne. 1928 übernahm die Leitung der Kapelle Paul Ulbrich. Die erste Inspektion (Überprüfung) erfolgte 1926. Das Ergebnis war "Sehr gut". Am 6. April 1927 wurde in der Versammlung bekannt gegeben, dass Neuaufnahmen wegen Mangel an Ausrüstungen unterbleiben müssten. Ein größerer Brand im Orte war 1927 der Scheunenbrand bei Freund Hauptstraße 33. Das Feuer konnte mit unserer Handdruckspritze und der Motorspritze von Dresden gelöscht werden und griff nicht auf andere Gebäude über. Nach, anderen Orten rückte die Wehr aus: 1922 nach Eschdorf, 1924 nach Bühlau, 1926 nach Schullwitz, 1926 nach Schönfeld, 1927 nach Schönfeld, 1928 nach Schönfeld, 1930 nach Rossendorf, außerdem noch zu vielen Waldbränden. Diese Aufstellung ist natürlich lange nicht vollständig. Bei der großen Unwetterkatastrophe 1927 im Gottleubatal verunglückten viele Feuerwehrleute der dortigen Wehren. Unsere Freiwillige Feuerwehr spendete für diese Kameraden 25,— Mark. Auch bei uns gab es damals viel Arbeit, da einiges unter Wasser stand. Der Schweinestall bei Kempe - Talstraße, Wohnungen mussten ausgeräumt werden bei „Mandel-Schmidt" und Schiekel - Hauptstraße, weil das Wasser einen dreiviertel Meter hoch in den Wohnungen stand. Die Kraft des Wassers hatte in der Sargfabrik ganze hohe Bretterstapel umgerissen, das man es bis hier oben im Dorfe hörte. Im Jahre 1928 fuhr Kamerad Edwin Schöne zum Deutschen Feuerwehrverbandstag nach Breslau. Bei größeren Bränden musste die Freiwillige Feuerwehr Radeberg mit der Motorspritze zu uns ausrücken. Der Gutsbesitzer Paul Grafe fuhr mit seinen Pferden unsere Handdruckspritze, in Vertretung Emil Jähnichen. 1928 wurden die Autobesitzer Edwin Müller und Albin Hausschild zum Fahren der Spritze verpflichtet. Im Dezember 1927 wurde die Beschaffung einer Motorspritze bei der Gemeinde angeregt. Im Januar 1930 wurde eine Motorspritze (Flader) bestellt, die dann am 26. Januar 1930 eingeholt wurde. Eine Haussammlung für diese Neuerwerbung brachte 1.368,60 Mark plus 100,— Mark aus der Kasse der Freiwilligen Feuerwehr. Es war eine Kapselschieberpumpe, 600 l/min. 60-70 m WS, 24 PS, Zweizylinderviertakt-Motor 750 cm³ mit schräg liegenden Zylindern, alle Armaturen waren aus Messing. Hersteller war die Firma Flader Jöhstadt. Die Spritze wurde auf den Namen Gretel getauft. Die schlechte wirtschaftliche Lage Ende der Zwanziger und Anfang der Dreißiger Jahre machte sich auch in der Feuerwehr bemerkbar. Wir lesen z. B. im Protokoll der Feuerwehr, dass zum Ausmarsch am 11. Juli 1931 alle erwerbslosen Kameraden 1,50 Mark aus der Kasse erhielten. Am 5. August 1931 wurde an Stelle der üblichen Versammlung nur eine Kommandositzung abgehalten. Diese Tatsache wird mit der geringen Tagesordnung und der Arbeitslosigkeit der Kameraden erklärt. Die zweite Inspektion war am 26. April 1931 und die Leistungen der Wehr wurden mit der Note "gut" bewertet. Am 25. Oktober 1931 lesen wir, dass der Freiwilligen Feuerwehr ein ausgebranntes Lieferauto zum Kauf angeboten wurde. Der Kauf wurde jedoch einstimmig abgelehnt, da dasselbe zum Transport von Spritze und Mannschaft zu schwach ist.

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