Freiwillige Feuerwehr Dresden - Weißig

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Chronik

Dies ist eine Zusammenfassung von ereignisreichen Momenten und Höhepunkten der Freiwilligen Feuerwehr Weißig von den ersten 100 Jahren in Kurzform.

Man schrieb das Jahr 1911, Weissig hatte 1200 Einwohner und 320 Häuser. Brände kamen auch in früheren Zeiten oft vor und deshalb hatte Weissig schon eine Pflichtfeuerwehr. Am 23. April 1911 gingen einige zielbewusste Männer daran, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Zur Gründungsversammlung waren 26 Männer erschienen, die als Gründer unserer Feuerwehr gelten. Als Feuerlöschgerät war eine Kastenspritze vorhanden, das Wasser wurde mit Stoffeimern über eine Eimerkette von Hand zu Hand in den Kasten geschüttet. Auch eine Handdruckspritze für Pferdezug, die selbst ansaugte und von sechs Mann gepumpt werden musste, war vorhanden. Das Gerätehaus war auf der Hauptstraße 24, die Schläuche wurden am Giebel des Hauses Hauptstraße 23 aufgehängt, ein Leiterhäuschen war an der Alten Brauschänke. 1924 wurde eine Feuerwehrkapelle mit 13 Mann gegründet, 1939 wurde sie wieder aufgelöst. Am 6. April 1927 wurde in der Versammlung bekannt gegeben, dass Neuaufnahmen wegen Mangel an Ausrüstungen unterbleiben müssen. Am 2. August 1939 brach der zweite Weltkrieg aus, die Sirene durfte nur noch bei Fliegeralarm in Tätigkeit gesetzt werden. Die Feuerwehr wurde wieder, wie früher, mit Signalhörnern durch Hornisten alarmiert. Die Schrecken des Krieges für die Feuerwehr Weißig: Viele Kameraden wurden eingezogen. Eine Anweisung am 29. Oktober 1941 lautete: "Die Feuerwehr hat die Pflicht, sich bei Fliegeralarm am Gemeindeamt zu stellen, bei eventuellem Angriff auf Dresden wird die Wehr mit einer Gruppe zur Hilfeleistung verpflichtet. Stellen nach Anruf auf der Louisenstraße." 24 Kameraden waren im Felde und viele, auch Jugendliche sind nicht wiedergekommen. Am 2. Dezember 1942 wurde die Versammlung wegen Fliegeralarm abgebrochen. Am 7. April 1945 lesen wir als letzte Eintragung im Protokollbuch: "Die nächste Versammlung findet am ersten Sonnabend im Mai statt", aber diese fiel wahrscheinlich aus, denn in dieser Zeit brach das braune Deutschland zusammen. Im August 1955 begann der Bau des neuen Gerätehauses, im Dezember 1956 konnte dieses bezogen werden. In all den Jahren fanden monatlich eine Übung und eine Dienstbesprechung statt, je nach Bedarf auch manchmal mehr. In den Dienstbesprechungen setzten sich die Kameraden mit Problemen innerhalb der Wehr auseinander. Am 9. Januar 1960 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Weißig die Aufbaunadel in Gold als Kollektivauszeichnung im „Nationalen Aufbauwerk" verliehen. 1967 war der Antrag zur Erweiterung des Gerätehauses an den Rat der Gemeinde erfolglos, dafür wurde eine Motorsäge für unsere Wehr gekauft. 1969 wurde durch Eigeninitiative der Bau eines kleinen Gerätehauses am Waldrand Dresdner Heide geplant, ein Jahr später konnte es eingeweiht werden. Neu angeschafft wurden 1970 ein CO2 Flaschengerät, ein Notstromaggregat und eine Einmannmotorsäge. Im Jahr 1976, im Zeichen des 30. Jahrestages der Gründung SED wurde in Kamenz die Bezirksbestenermittlung im Wettkampf durchgeführt. Die 4 Kameraden der FFW Weißig belegten in der 4 x 100m Staffel den 1. Platz, Bezirksmeister. 1977 wurde in derselben Disziplin der Kreismeistertitel geholt. 1979, beim Kampf um den Titel "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr" konnte mit gutem Erfolg errungen werden. Dafür erhielten wir vom Rat des Kreises eine Geldprämie in Höhe von 400,-M. Der geplante Anbau am Gerätehaus für neue Technik und Ausrüstung begann 1980. In diesem und auch im nächsten Jahr wurde der Titel "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr" verteidigt, dieses war immer mit einer Geldprämie von 500.-M verbunden. Nebenbei leisteten die Kameraden am Gerätehausanbau Südstraße 6a 891 Arbeitsstunden, 219 Stunden wurden für die Werterhaltung der Technik erbracht. Der Personalstand betrug zum Jahresende 1982 56 Angehörige Kameraden. Im Herbst 1983 organisierten die Kameraden das Baumaterial für den Gerätehausausbau selber. Zur 75 Jahr Feier konnte 1986 das Gerätehaus feierlich in Besitz genommen werden. 1988 führte die Friedensfahrt durch Weißig, für die FFW galt es am Gasthof den Straßenbord zu setzen und die Erde zu begradigen, außerdem musste ebenfalls im Gasthof die Kinoveranstaltung abgesichert werden. 1991 fuhren einige Kameraden mit Frauen nach Neckarwestheim, zwischen den beiden Feuerwehren hatte sich eine Partnerschaft herausgebildet. 1992 war das Jahr des Durchbruchs. Es war ein Jahr mit noch nicht da gewesenem Aufschwung an materiell- feuerwehrtechnischen Geräten und Ausrüstungsgegenständen für unsere Freiwillige Feuerwehr. Wir erreichten in kürzester Zeit einen Stand unserer vorhandenen Technik, vom Löschfahrzeug zum kompletten Löschzug. 1993 wurde ein Wappen entworfen und erstmals in der Geschichte gab es Ärmelaufnäher der Feuerwehr Weißig. Im Jahr 1994 wurde von Sirenenalarmierung auf Funkmeldeempfänger umgerüstet. Im März 1995 wurde die Jugendfeuerwehr Weißig gegründet, 2 Mädchen und 16 Jungen folgten dem Aufruf. Im gleichen Jahr wurde mit dem Innenausbau am neuen Gerätehaus begonnen, 650 Arbeitsstunden gab es zum Nulltarif von den Kameraden. Im Januar 1996 wurde durch den Bürgermeister Herrn Behr das neue Gerätehaus Südstraße 18, unser heutiger Standort offiziell übergeben. Ein Jahr später begannen die Kameraden im Erdgeschoss des Anbaus den Schulungsraum und die Sanitäreinrichtungen auszubauen, am Ende standen 800 geleistete Arbeitsstunden unentgeltlich zu Buche. Die Eingemeindung von der Gemeinde Schönfeld – Weißig zur Landeshauptstadt Dresden 1999 brachte am Anfang viele Reibereien zwischen der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr mit sich. Die Schulungs- und Ausbildungsbedingungen verbesserten sich im Herbst 1999, nach Fertigstellung der „Saugstelle", unser Sozialtrakt. Das Jahr 2001 begann mit der Umstellung der Atemschutztechnik auf Helm-Maskenkombination und für jeden Kameraden gab es eine neue Einsatzüberjacke. Aus dem Jahresbericht von 2002 geht hervor, im August und September entfielen die Ausbildungsmaßnahmen auf Grund der Jahrhundertflut der Elbe. Die Geschlossenheit und Disziplin aller beteiligten Kameraden im Zeitraum vom 12. bis 23. August bei dem Katastropheneinsatz wurde mit dem Fluthelfer-Orden gewürdigt. Die Statistik von 2002 zeigt, 26 operative Kameraden. 5 Gruppenführer, 11 Maschinisten davon 9 für die Drehleiter, Atemschutzgeräteträger waren es 13. Die schlechteste Beteiligung gab es im Jahr 2003, nur 12-13 Kameraden kamen pro Dienst. Im Jahr 2004 wurde in der Fahrzeughalle umgebaut, der große Mauerwerksdurchbruch zwischen den Fahrzeughallen, die Fließen an den Wänden, der Fußboden und die Elektronik wurden neu gemacht. Im Außengelände wurde die Stützmauer mit Geländer fertig gestellt. 2005 wurde unser Feuerwehrhof gepflastert, der Altersdurchschnitt bei den operativen Kameraden lag bei 40 Jahren. Die Landeshautstadt Dresden investierte kräftig, 2006 konnte im Sozialtrakt das Obergeschoss von uns in Empfang genommen werden. Ab diesem Zeitpunkt gab es einen eigenen Jugendfeuerwehrraum, ein modernes Wehrleiterzimmer, Duschen und einen großen Schulungsraum für 45 Personen. Hinter der Fahrzeughalle konnte das alte Wehrleiterzimmer in eine Damenumkleide umgebaut werden, 5 operative Frauen im Alter von 17-20 Jahren machten dieses nötig. 2007 bekamen wir einen Beamer, einen Laptop, einen Drucker und einen Kopierer, ab diesem Zeitpunkt waren wir auf einem sehr modernen Stand für Ausbildungen und auch bei Präsentationen zu öffentlichen Anlässen. Im Jahr 2009 wurde mit dem Brandschutzwachdienst unserer Feuerwehr im Kulturpalast Dresden begonnen, der Altersdurchschnitt hat sich in den letzten vier Jahren bei den operativen auf 34 reduziert. Das Jahr 2010 brachte viel Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit mit sich, schließlich wollten wir die Bürger auf unser großes Jubiläum einstimmen. Im März wurde die seit mehreren Jahren angesparte, entworfene und gestickte Fahne vom extra dafür gegründeten Fahnenausschuss abgeholt. Sie wurde versiegelt und verschlossen, denn die Segnung war fest zur 100 Jahr Feier geplant. Nachdem die Feuerwehr Weißig im Jahr 1993 das letzte Mal überörtlich im Einsatz war, war dies 2010 gleich 3 mal der Fall. Wir wurden im Mai nach Großenhain zu den Tornadoschäden, im August in die Lausitz zum Hochwasser und im September ebenfalls zum Hochwasser nach Niesky alarmiert.
Das Jahr 2011 stand voll im Zeichen 100 Jahr Feier. Die Arbeit hat sich gelohnt, die gesamten 3 Tage war das Wetter schön, die Kameraden alle aktiv dabei und das Interesse bei der Bevölkerung sehr groß. Alle Kameraden freuten sich nach dem großen Fest es etwas ruhiger werden zu lassen. Von September an wurden wir durch die Berufsfeuerwehr Dresden zu MANV (Massenanfall von Verletzen) Spezialisten ausgebildet, dies hieß innerhalb von zehn Wochen elf zusätzliche Dienste. Ebenfalls im September gab es einen Großbrand bei Weißig, nachts brannte eine riesige Strohfeime nieder.

 

 

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